Brief 41
Hs. Brief vom 11. August 1948
Original bei der Kurt Hiller-Gesellschaft
Lieber Herr Dr. Hiller!
Für Ihre Karte vom 6.8. vielen Dank. Leider war der Inhalt wenig erfreulich. Aber was ist da zu machen? Wir sind hier in Berlin nur noch Fehlschläge und Enttäuschungen gewöhnt. Ich selbst habe seit April keine Nachricht von Peter, es ist schlimm, dass er so wenig und ungern schreibt, er ahnt wohl nicht, wie sehr ich darunter leide. Gern ginge ich zu ihm nach Buenos Aires, ich habe das alles hier so satt, es wäre eine Erlösung für mich. – –
Ich habe so lange nichts von Ihnen gehört und glaubte, Sie wären jetzt gewiss im Urlaub, darum sandte ich am 6.8. einen Brief an Peter, über einen Bekannten in Wolverhampton, nach meiner Schätzung werden nun wohl beide Briefe zur fast gleichen Zeit dort ankommen.
Für Ihre viele Mühe, lieber Herr Dr. Hiller, sage ich Ihnen herzlichen Dank und werde mich weit[er] Ihrer w. Anschrift bedienen, bis es ratsam wird, die s. Zt. angegebene Adresse zu benutzen, ich nehme an, dass es wohl bis jetzt noch nicht nötig wäre.
Indem ich Ihnen alles Gute wünsche, bin ich mit herzlichen Grüßen
Ihre
Hilde Bussemeyer