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Brief 68

Peter Bussemeyer an Kurt Hiller
Hs. Brief vom 26. Oktober 1950
Original bei der Kurt Hiller Gesellschaft
26 – 10 – 1950

Mein lieber, lieber Kurt,

sehr sehr guten [!] Dank für Deinen Brief. Die Einsamkeit ist nicht nur Deine. Sie ist epidemisch geworden. Ich hätte sie nur gern mit Dir und in Deiner, wenn schon nicht physischen, so doch mindestens geistigen Nähe. – Einer Sache sei sicher, dass ich in jedem Augenblick meines Lebens nur Dinge getan oder gelassen habe, die ich im Sinne einer Idee, die auch die Deine ist, verantworten kann. Und: Hegel habe ich nie positiv zitiert. Deswegen habe ich schon in Deutschland mit den Unentwegten Krach gehabt. Und hier habe ich darum mit vieler Freude – 1933 – Edgar Ansel Mowrer’s „Germany puts the clock back“ übersetzt, das erfreulich antihegelisch – außerdem aber, glaube ich, das erste Antinazi-Buch war, das 1932 in deutscher Sprache erschien. An die Berliner werde ich schreiben, wenn ich wieder ein bißchen Zeit habe, denn eben sieht es – arbeitsmäßig – scheußlich aus. Und Geld ist auch keins da. Ich habe mich leider noch nicht ans Hochstapeln gewöhnen können, was die meisten meiner ___[?]ländlerischen Kollegen tun, sondern meine Rechnungen bezahlt, was mir heute nicht gut tut. (Inflation erster Klasse). – An Karsch habe ich nun einen zweiten Brief geschrieben, aber warte noch auf Antwort. – [Das] A.T. [Argentinische Tageblatt] schickte mir soeben zwei Belege, die an Dich gehen. In guter Hoffnung, von Dir bald mehr zu wissen (? Was für ein Buch gegen Komm.?) –Warum sendest [?] Du Rowohlt oder sonstwem nichteinmal ein Südamerika-Buch ein? Das würde mir einige Probleme lösen. (z.B. Studie über politischen Personalismus.) – Inzwischen sei umarmt von Deinem

Peter

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